Die meisten Fehlkäufe entstehen, weil ein Produkt gekauft wird, bevor klar ist, was die Haut eigentlich braucht. Ein guter erster Anhaltspunkt: Wasche dein Gesicht mit einem milden Reiniger, warte eine Stunde ohne weitere Pflege und beobachte, wie sich die Haut anfühlt.
Spannt sie, ist sie eher trocken. Glänzt die T-Zone, während Wangen und Kinn normal bleiben, handelt es sich um Mischhaut. Glänzt das ganze Gesicht, ist die Haut eher fettig. Reagiert sie schnell mit Rötung oder Brennen, ist sie empfindlich, und das kann bei jedem der drei Typen zusätzlich der Fall sein.
Wichtig zu wissen: Auch fettige Haut kann Feuchtigkeit fehlen. Fett und Feuchtigkeit sind zwei verschiedene Dinge. Wer fettige Haut mit stark austrocknenden Produkten behandelt, provoziert häufig noch mehr Glanz.
Leichte Texturen sind hier die bessere Wahl: Gel-Cremes und Emulsionen statt reichhaltiger Cremes, wasserbasierte Seren statt Öle. Häufig genannte Inhaltsstoffe sind Niacinamid, BHA und Grüntee-Extrakt. Bei Mischhaut lohnt es sich, unterschiedliche Zonen unterschiedlich zu behandeln, etwa nur auf den Wangen reichhaltiger zu pflegen.
Hier zählen reichhaltigere Cremes und ein Fokus auf die Hautbarriere. Ceramide, Panthenol, Squalan und Hyaluronsäure tauchen in solchen Formulierungen häufig auf. Empfindliche Haut profitiert zusätzlich von kurzen Zutatenlisten ohne Duftstoffe und von Produkten mit Centella asiatica. Peelings sollten sparsam eingesetzt werden.
Die Reinigung ist der Schritt, bei dem am meisten schiefgehen kann. Ein zu scharfer Reiniger entfernt neben Schmutz auch die hauteigenen Fette und bringt die Barriere aus dem Gleichgewicht. Als Faustregel gilt: Wenn die Haut nach dem Waschen spannt, ist das Produkt zu aggressiv.
Abends empfiehlt sich die doppelte Reinigung. Zuerst ein Reinigungsöl oder Balsam auf der trockenen Haut, der Make-up und Sonnenschutz löst, danach ein milder Schaum oder ein Gel für den Rest. Morgens genügt in der Regel der zweite Schritt.
Zusätzlich findest du in unserem Sortiment Produkte zur Tiefenreinigung. Enzympulver und milde Peelings lösen abgestorbene Hautschüppchen. Ein- bis zweimal pro Woche ist für die meisten Hauttypen ausreichend, mehr belastet die Haut eher, als dass es hilft.
Koreanische Toner unterscheiden sich deutlich von dem, was hierzulande lange unter Gesichtswasser verstanden wurde. Sie sind nicht dazu da, die Haut nach der Reinigung zu entfetten, sondern versorgen sie mit einer ersten Schicht Feuchtigkeit und bereiten sie auf die folgenden Produkte vor.
Aufgetragen werden sie mit den Händen und leicht eingeklopft. Manche Marken bieten sie als getränkte Pads an, die zusätzlich sanft peelen. Wer möchte, wiederholt den Auftrag mehrfach, eine Methode, die als Layering bekannt ist und bei trockener Haut spürbar mehr bringt als eine einzelne dicke Schicht.
Ergänzend gibt es Gesichtssprays, die über den Tag hinweg oder über dem Make-up für Frische sorgen.
Mit rund achtzig Produkten ist dies die grösste Gruppe im Sortiment, und hier lohnt sich die genaueste Auswahl. Die drei Begriffe unterscheiden sich vor allem in der Konzentration: Eine Essence ist leicht und flächig aufzutragen, ein Serum konzentrierter und auf ein Anliegen ausgerichtet, eine Ampulle am dichtesten und häufig für kurweise Anwendung gedacht.
Die Auswahl richtet sich nach dem, was du erreichen möchtest. Für Feuchtigkeit werden Hyaluronsäure und Beta-Glucan eingesetzt, für ein ebenmässigeres Hautbild Niacinamid und Vitamin C, für beanspruchte und gerötete Haut Centella asiatica, für sichtbare Poren und unreine Stellen BHA und Salicylsäure. Für Glätte und Elastizität finden sich Peptide und Retinal in den Formulierungen.
Zwei praktische Hinweise: Führe neue Wirkstoffprodukte einzeln ein und lass einige Tage dazwischen, damit du eine Reaktion zuordnen kannst. Und kombiniere nicht zu viele starke Wirkstoffe gleichzeitig, denn mehr Produkte bedeuten nicht automatisch ein besseres Ergebnis.
Die Creme schliesst die Routine ab und hält die Feuchtigkeit der vorherigen Schichten in der Haut. Die Wahl richtet sich nach Hauttyp und Jahreszeit: Emulsionen und Gel-Cremes sind leicht und sommertauglich, klassische Cremes reichhaltiger und im Winter angenehmer. Viele Anwenderinnen und Anwender haben deshalb zwei Produkte im Wechsel.
Für die Augenpartie gibt es eigene, leichtere Formulierungen, da die Haut dort dünner ist und schneller reagiert. Aufgetragen wird mit dem Ringfinger und ohne Zug, aufgetupft statt verrieben.
Für die Nacht bieten sich Sleeping Masks an, die als besonders reichhaltiger Abschluss auf der Creme liegen und über Nacht einwirken.
In der koreanischen Hautpflege gilt Sonnenschutz als der Schritt mit dem grössten Effekt, und zwar das ganze Jahr über, nicht nur im Sommer. Er wird morgens als letztes Pflegeprodukt aufgetragen, vor dem Make-up.
Koreanische Sonnencremes sind bekannt für ihre leichten Texturen. Viele ziehen schnell ein und hinterlassen keinen weissen Film, was den Unterschied macht, ob ein Produkt täglich verwendet wird oder im Schrank liegen bleibt. Achte auf den Lichtschutzfaktor und auf einen Hinweis zum UVA-Schutz, häufig als PA mit Pluszeichen angegeben.
Für den Anfang genügen vier Produkte: eine milde Reinigung, ein feuchtigkeitsspendender Toner, eine zum Hauttyp passende Creme und ein Sonnenschutz für den Tag. Damit steht eine vollständige Routine, mit der die Haut über Wochen zur Ruhe kommen kann.
Erst danach lohnt sich die Ergänzung. Ein Serum für ein konkretes Anliegen, eine Augenpflege, ein Peeling für ein- bis zweimal pro Woche. Wer alles gleichzeitig beginnt, weiss bei einer Reaktion nicht, welches Produkt verantwortlich war.
Und plane Zeit ein: Bei den meisten Anliegen zeigt sich ein Ergebnis erst nach vier bis acht Wochen regelmässiger Anwendung.
Von der dünnsten zur dicksten Textur. Abends: Reinigungsöl, Reinigungsschaum, Toner, Essence, Serum, Augenpflege, Creme. Morgens verkürzt sich die Abfolge meist auf Reinigung, Toner, Serum, Creme und als letzten Schritt den Sonnenschutz. Lass jedem Produkt einen kurzen Moment zum Einziehen, bevor das nächste folgt.
Die drei unterscheiden sich in Konzentration und Textur. Eine Essence ist am leichtesten und wird flächig aufgetragen. Ein Serum ist konzentrierter und auf ein bestimmtes Anliegen ausgerichtet. Eine Ampulle ist am dichtesten und wird oft kurweise über einige Wochen verwendet. Die Begriffe werden von den Marken allerdings nicht einheitlich verwendet, ein Blick auf die Textur und die Anwendungsempfehlung lohnt sich.
Ja. Fett und Feuchtigkeit sind zwei verschiedene Dinge, und auch fettige Haut kann unter Feuchtigkeitsmangel leiden. Wird sie mit stark austrocknenden Produkten behandelt, reagiert sie häufig mit noch mehr Glanz. Geeignet sind leichte Texturen wie Gel-Cremes und Emulsionen, die Feuchtigkeit spenden, ohne zu beschweren.
Für die meisten Hauttypen ein- bis zweimal pro Woche. Häufigeres Peelen beansprucht die Hautbarriere und führt eher zu Rötungen und Empfindlichkeit als zu einem feineren Hautbild. Bei empfindlicher Haut ist einmal pro Woche oder seltener sinnvoll. Nach einem Peeling ist Sonnenschutz besonders wichtig.
Bei Feuchtigkeit zeigt sich ein Unterschied oft schon nach wenigen Tagen. Bei Anliegen wie einem ebenmässigeren Hautbild oder feineren Linien solltest du vier bis acht Wochen regelmässige Anwendung einplanen, da sich die Haut in Zyklen erneuert. Wechsle Produkte deshalb nicht zu schnell, sondern gib einer Routine Zeit.