Der auffälligste Unterschied zum westlichen Make-up ist die Zurückhaltung bei der Deckkraft. Statt eine gleichmässige Fläche zu schaffen, wird gezielt korrigiert und der Rest der Haut sichtbar gelassen. Das Ziel ist ein Finish, bei dem man die Haut noch als Haut erkennt.
Dazu kommt eine Vorliebe für einen leichten Glanz statt für mattes Puder. Dieser Look wird als Glass Skin oder Dewy Skin bezeichnet und entsteht zu einem grossen Teil vor dem Make-up, nämlich durch eine gut mit Feuchtigkeit versorgte Haut.
Auch die Farbwelt ist eine andere: gedämpfte, weiche Töne, betonte Lippen als Blickfang und eher volle, gerade Brauen statt stark gebogener. Der Aufwand liegt weniger in der Menge an Produkten als in der Vorbereitung.
Der Cushion ist die bekannteste koreanische Erfindung im Make-up-Bereich. Es handelt sich um eine flüssige Foundation, die in einem Schwämmchen in der Dose sitzt und mit einem Puff aufgetupft wird. Der Vorteil liegt im Nachlegen unterwegs: kein Auftragen mit den Fingern, kein Pinsel, und die Deckkraft lässt sich schichtweise steigern.
Aufgetragen wird tupfend statt streichend, denn beim Streichen verschiebt man das Produkt, statt es zu setzen. Viele Cushions enthalten zusätzlich einen Lichtschutzfaktor. Dieser ersetzt allerdings keinen richtigen Sonnenschutz, da in der Praxis selten genug Produkt aufgetragen wird.
Für punktuelle Korrekturen gibt es Concealer, teilweise als Palette mit mehreren Tönen zum Mischen. Damit lassen sich einzelne Stellen abdecken, ohne das ganze Gesicht zu grundieren, was dem koreanischen Ansatz entspricht.
Die Lippen sind im koreanischen Make-up häufig der auffälligste Teil des Looks, und die Produktauswahl ist entsprechend gross. Beliebt ist der Gradient-Look, bei dem die Farbe in der Lippenmitte am kräftigsten ist und nach aussen weich ausläuft. Dafür wird das Produkt innen aufgetragen und mit dem Finger nach aussen verblendet.
Bei der Wahl geht es vor allem um Haltbarkeit gegen Pflege, und die beiden Produktarten stehen an entgegengesetzten Enden.
Tints färben die Lippen und halten deutlich länger als klassische Stifte, auch nach dem Essen und Trinken. Es gibt sie in Wasser-, Samt- und Ölbasis, von leicht bis intensiv. Weil sie austrocknen können, empfiehlt sich ein pflegender Balsam darunter oder danach. Ideal für den ganzen Tag ohne Nachlegen.
Lippenbalsame und Glosses geben Feuchtigkeit und Glanz bei geringerer Farbintensität. Sie müssen häufiger nachgelegt werden, fühlen sich dafür angenehmer an und eignen sich gut für trockene Lippen. Für die Nacht gibt es Lippenmasken, die als intensive Pflege über Nacht einwirken.
Beim Augen-Make-up dominieren weiche, gedämpfte Töne und schimmernde statt stark glitzernder Texturen. Lidschatten werden häufig eng am Wimpernkranz aufgetragen und nach oben ausgeblendet, was das Auge öffnet, ohne es hart zu umranden.
Beim Eyeliner ist ein dünner, kurzer Strich üblich, der die Wimpernlinie verdichtet, statt einen ausgeprägten Schwung zu ziehen. Mascara wird oft in Kombination verwendet: ein Produkt für Länge, eines für Schwung.
Den Brauen kommt in der koreanischen Ästhetik besondere Bedeutung zu. Gefragt sind volle, eher gerade verlaufende Brauen mit sanftem Bogen, die dem Gesicht einen weichen Ausdruck geben. Dafür gibt es Stifte mit feiner Mine, Puder und Zubehör zum Trimmen.
Pinsel, Puffs und Schwämmchen beeinflussen das Ergebnis mehr, als ihr Preis vermuten lässt. Reinige sie regelmässig, da sich Produktreste und Hautfett darin sammeln, was sowohl das Auftragen als auch die Haut beeinträchtigt.
Beim Abschminken gilt: Was fetthaltig aufgetragen wurde, wird fetthaltig entfernt. Ein Reinigungsöl oder Balsam löst Cushion, wasserfeste Mascara und langhaftende Tints zuverlässiger als jedes Mizellenwasser. Danach folgt eine milde wasserbasierte Reinigung. Diese doppelte Reinigung ist der wichtigste Schritt, wenn regelmässig Make-up getragen wird.
Für den Einstieg genügen drei Produkte: ein Cushion oder Concealer für die Haut, ein Tint für die Lippen und ein Brauenstift. Damit steht ein vollständiger Alltags-Look. Und weil koreanisches Make-up stark auf die Haut darunter setzt, lohnt sich die Pflege oft mehr als ein zusätzliches Produkt in der Schminktasche.
Ein Cushion ist eine flüssige Foundation, die in einem getränkten Schwämmchen in einer Dose sitzt und mit einem Puff aufgetupft wird. Er lässt sich unterwegs unkompliziert nachlegen und die Deckkraft schichtweise steigern. Aufgetragen wird tupfend, nicht streichend, da das Produkt beim Streichen verschoben statt gesetzt wird.
Ein Tint färbt die Lippen und hält dadurch deutlich länger, auch nach dem Essen und Trinken. Ein klassischer Lippenstift liegt eher auf den Lippen auf, deckt stärker und pflegt oft mehr, muss dafür aber häufiger nachgelegt werden. Da Tints austrocknen können, empfiehlt sich ein pflegender Balsam darunter oder danach.
Trage das Produkt nur in der Mitte der Lippen auf und verblende es mit der Fingerkuppe nach aussen, bis die Farbe zum Rand hin ausläuft. Wer eine sehr klare Lippenkontur hat, tupft vorher etwas Base oder Concealer auf die Ränder, damit der Übergang weicher wirkt. Ein Tint eignet sich dafür besser als ein deckender Stift.
Nein. Viele Cushions enthalten zwar einen Lichtschutzfaktor, in der Praxis wird davon aber deutlich weniger aufgetragen, als der angegebene Schutz voraussetzt. Verwende deshalb morgens einen eigenen Sonnenschutz als letzten Pflegeschritt und das Make-up darüber.
Mit einer doppelten Reinigung. Zuerst ein Reinigungsöl oder Balsam auf der trockenen Haut, der Cushion, wasserfeste Mascara und langhaftende Tints löst. Nach dem Emulgieren mit etwas Wasser abspülen und anschliessend mit einem milden Reinigungsschaum nachreinigen. Reines Mizellenwasser reicht bei langhaftenden Produkten meist nicht aus.